Auf der Suche nach einer neuen
Spielstätte
Endgültige Schliessung des Schützenhof steht bevor
von Andrea Dudek
Auf der Suche nach Fotos und Presseartikeln, mit denen wir unseren Internet-
auftritt für Sie, liebes Publikum, noch interessanter gestalten können, fiel mir ein
Presseartikel der Flörsheimer Zeitung aus dem Jahr 1997 in die Hände.
Der Artikel kündigte die Premiere verschiedener Sketche und Einakter aus der
Feder Wolfgang Stocks an. Doch handelte es sich nicht um irgendeine Premiere:
nach Renovierungsarbeiten sollte sich erstmals der Vorhang im neu hergerichteten
Theatersaal des Schützenhof öffnen.
"Einen Tag vor der Aufführung bekam der Bühnenrahmen seine schmucke Gold-
leiste, die Vorhänge wurden angebracht", wird hier beschrieben.
Sehen auch Sie den Saal beim Lesen dieser Zeilen vor sich?
Doch der frische Anstrich und die farblich abgestimmten Vorhänge sollten nicht
das Letzte sein, was den Räumlichkeiten ihren Charme verliehen und uns
Spielern zur liebgewonnenen Spielstätte machten.
Im Lauf der Zeit wurde ein ausgedienter Bauwagen am Hinterausgang angebaut
und diente fortan als Garderobe und Aufenthaltsraum. Dank zweier Öfchen war
es hier selbst im Winter mollig warm. Ausgestattet mit Tisch und Eckbank,
unserem "Schminkstuhl", Spiegeln und Kleiderhaken hatten wir alle Voraus-
setzungen für eine gelungene Aufführung.
Erst kürzlich wurden Saal und Garderobe nach den Brandschutzbestimmungen
umgerüstet.
"Ich wünsche mir jetzt vor allem eins, daß Sie weiterschreiben, damit wir
Flörsheimer noch oft 'stickscherweis' hier Theaterluft schnuppern können."
So wurde der damalige Bürgermeister Dieter Wolf in dem Presseartikel aus seiner
Rede am Premierenabend zitiert.
Diesen Wunsch kann ihm Wolfgang Stock bis heute erfüllen. Mit seinen Sketchen,
Einaktern und abendfüllenden Stücken unterhält er sein Publikum, mal ernst, mal
heiter, gerne auch mit Lokalkolorit.
Heute, wenig mehr als zehn Jahre später, befindet sich erneut ein Stück des Autors
in Vorbereitung. Den Bezug zur Realität würden wir dieses Mal lieber nicht erkennen
können, doch leider sind die geschilderten Probleme einer Amateur-Theatergruppe,
die nach einer neuen Spielstätte sucht, nur allzu sehr mit der Wirklichkeit des
FAT verwoben.
Nach jahrelangem Auf und Ab, der immer wiederkehrenden Nachricht vom Abriss
des Schützenhof, der vorläufigen Entwarnung, dem Aufatmen, wieder ein Stück auf
unserer geliebten Bühne präsentieren zu können, ist es nun endgültig.
In diesem Jahr, wenn das Stück "Die Welt ist eine Goldgrube" seine Premiere
feiert, ist es gleichzeitig das Finale des Schützenhof und es werden buchstäblich
zum letzten Mal die Lichter im Saal an- und dann endgültig ausgehen.
Der Abriss ist beschlossen. Das angrenzende Lokal wurde im April bereits geräumt.
Die Suche nach einer neuen Spielstätte gestaltet sich alles andere als einfach.
Nicht jeder Raum, nicht jede Bühne eignet sich für die Aufführung von Theater-
stücken. Eine Garderobe muss vorhanden sein, die Möglichkeit für Auf- und
Abgänge gegeben, Licht- und Tontechnik installierbar sein.
Für das Wohl von Publikum und Spielern muss gesorgt sein.
Anfahrtswege sollen unkompliziert, Parkplätze vorhanden sein.
Die Liste ist beliebig erweiterbar...
Gerne würden wir an dieser Stelle unsere neue Spielstätte vorstellen.
Leider ist uns dies zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.
Wir sind bemüht, geeignete Räumlichkeiten zu finden, um Ihnen auch in Zukunft,
die bereits unsere Produktion in 2009 betrifft, schöne Stunden mit Ihrem FAT
bieten zu können.
zum Artikel der Flörsheimer Zeitung vom 06. Mai 1997
Ansichtskarte des Hotel-Café-Restaurant Schützenhof aus den 80er Jahren
